
Mengendrosselung JETZT nötig
Die aktuell sehr hohen Einlieferungen und die fehlenden Verarbeitungskapazitäten verlangen eine sofortige Drosselung der Milchmenge. Sonst kann nicht alle Milch verarbeitet werden und es droht ein noch ruinöserer Preiszerfall. Der mooh Verwaltungsrat hat daher folgende Beschlüsse gefasst:
C-Milch Preis auf 20 Rp./kg und Erhöhung des C-Anteils
Der C-Milch Preis wurde ab Februar auf 20 Rp./kg gesenkt. Für einen bedeutenden Teil der C-Mengen dürfte es keine BOM-Stützungen mehr geben. Zudem ist aufgrund der fehlenden Kapazitäten die Verarbeitung nicht sichergestellt. Der C-Anteil im Basismodell wird ab Februar vorübergehend auf 17% erhöht.
Basismodell: Bonus Mengenreduktion
Um auch Betrieben im Basismodell einen direkten Anreiz zu geben, die Mengen zu drosseln, erhalten diese von Februar bis im Mai einen Bonus auf die ganze Milchmenge wenn sie ihre Menge deutlich reduzieren. Der Bonus beträgt 2 Rp. bei Einlieferungen unter 95 % der Vorjahresmonatsmenge und 4 Rp. bei Einlieferungen unter 90 % der Vorjahresmonatsmenge. Damit können Betriebe im Basismodell den Abzug für C-Milch mit einer Mengenreduktion zu einem grossen Teil kompensieren.
Milchverwertung über die Festtage nur mit Einschränkungen sichergestellt
Die gesamte Branche war über die Festtage stark gefordert. In einzelnen Fällen wurden Touren zentrifugiert und die anfallende Magermilch entsorgt. Sämtliche Verarbeitungsbetriebe liefen über diese Phase hinweg an der Kapazitätsgrenze und stellten ihre Produktion auf einen Produktmix mit möglichst hohem Milchbedarf um. Diese kurzfristige Fokussierung erschwert die Situation nun zusätzlich: Spezialitäten mit tieferem Milchbedarf müssen nachproduziert werden, während die Milchmengen unverändert hoch bleiben. Entsprechend besteht das Risiko, dass es bei einzelnen Produkten vorübergehend zu Liefereinschränkungen kommt, während gleichzeitig die Lager bei Magermilchpulver und Butter weiter anwachsen – bei nach wie vor unattraktiver Absatzsituation.
Einlieferungen: keine Drosselung erkennbar
Obwohl eine Mengendrosselung dringend notwendig wäre, bleiben die Einlieferungen bislang auf unverändert hohem Niveau. Ende Dezember wurden an einzelnen Tagen Zuwächse von bis zu +10 % gegenüber Vorjahr verzeichnet, über den gesamten Monat resultierte ein Plus von rund 7.5 %. Auch der Start ins neue Jahr erfolgte mit unverändert hohen Einlieferungen. Selbst die markante Preissenkung per Januar zeigt bislang keine spürbare Wirkung. Anders als in früheren Überschussphasen geht es dabei jedoch nicht nur um die Stabilisierung der Preise, sondern zunehmend um die Frage, ob die vorhandenen Kapazitäten ausreichen, um sämtliche Mengen weiterhin zuverlässig abzuholen und zu verarbeiten.

System am Anschlag – fehlende Ausregulierungskapazitäten
Die Situation wird zusätzlich dadurch verschärft, dass klassische Ausregulierungsbetriebe in den vergangenen Jahren ihre Strategien angepasst haben und diese Ventilfunktion heute nur noch eingeschränkt zur Verfügung steht. Die Bereitschaft, Produkte mit hohem Risiko oder nur zu sehr tiefen Erlösen zu produzieren, ist gering, während die Verarbeitungskapazitäten insgesamt begrenzt bleiben.
Mit den aktuell extrem hohen Einliefermengen stösst das System damit an seine Grenzen. Eine rasche Mengendrosselung ist deshalb nicht nur zentral, um weiteren Preisdruck zu verhindern, sondern auch Voraussetzung dafür, dass die Milchabholung und -verwertung weiterhin sichergestellt werden kann.