Marktübersicht Februar 2026

13.02. 2026 mooh

Einlieferungen: Massnahmen sichtbar, aber es reicht noch nicht

Die Einlieferungen haben sich im Januar mit +5% zum Vorjahr korrigiert. Dies zeigt, dass die in den vergangenen Wochen intensiv kommunizierten Massnahmen erste Wirkung zeigen. Nach wie vor unbefriedigend ist, wie stark überproportional betroffen mooh in dieser Situation ist. Die tieferen Milchmengen helfen nun aber, nochmal mehr Lastenverteilung einzufordern. Die Einlieferungskurve verläuft aktuell seitwärts, während sie in anderen Jahren zum gleichen Zeitpunkt deutlich saisonal anstieg. Neben aktiven Drosselungsmassnahmen vermuten wir einen weiteren Effekt in den vielerorts verzögerten Abkalbungen aufgrund des Blauzungenvirus im Vorjahr. Dies führte auf vielen Betrieben dazu, dass Kühe im Herbst abkalbten, welche sonst Anfang Jahr in die neue Laktation starten. Dies führte seit November zu sehr hohen Einlieferungen, kann aber jetzt auf die Frühlingsmonate auch etwas Entlastung geben. Dies, weil wir bereits auf hohem Niveau ins Jahr gestartet sind und so die Mengen bis zum Peak weniger stark ansteigen als in üblichen Jahren.

Kapazitäten sehr beschränkt, andere haben Vorrang

Der Februar mit seinen normalerweise vor dem Milchpeak noch moderaten Mengen wird traditionell für Revisionen in den Verarbeitungsbetrieben genutzt. In der Regel geht das sehr gut auf, weil die Mengen noch nicht auf dem Höhepunkt sind und danach alle bereit für die Hauptsaison sind. In diesem Jahr ist das ganz anders, wie so vieles. Die Kapazitäten sind seit Mitte Dezember ein Thema und der beschränkende Faktor. Umso schmerzlicher trifft es uns nun, wenn es zusätzlich noch Einschränkungen aufgrund von Produktionsunterbrüchen gibt. Hinzu kommt das bekannte Problem, dass nach wie vor Direktlieferanten bevorzugt berücksichtigt werden und erst wenn diese Milch untergebracht ist, Platz für mooh Milch freigegeben wird. Dies zwingt uns weiterhin Restmengen zu zentrifugieren, ohne Verwendung der Magermilch in der Biogasanlage. Ein Grund mehr, die Mengen weiter zu drosseln, damit diese Massnahme so rasch wie möglich gestoppt werden kann.

Internationale Stabilisierung auf tiefem Niveau

Erfreulich ist der Global Dairy Trade Index, wo Anfang Februar bereits zum dritten Mal deutlich stabilere Preise gehandelt wurden. Hier scheint es eine gewisse Erholung zu geben. Auch in Europa stabilisiert sich die Situation, nachdem über die Festtage gar nichts mehr ging und die Preise total zusammengebrochen sind. Hier sehen wir eine langsame Erholung und mindestens die Kieler Börsenmilchwerte tendieren nun wieder stabiler als noch vor einem Monat. Ganz euphorisch wollen wir aber noch nicht sein. Bis sich die Preise erholt haben, wird es noch dauern und in jüngster Vergangenheit drücken die Wechselkurse wieder vermehrt auf die Preise und erschweren die dringend notwendigen Exporte.